Das Thema windelfrei beschäftigt uns schon länger – mal mehr, mal weniger. Doch wie wird meine Tochter die Windel los? Diese Frage habe ich mir oft gestellt und dann war der Prozess windelfrei doch ziemlich einfach.

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Der Wirbelwind war keine zwei Jahre alt, da ist sie im Sommerurlaub täglich morgens nach dem Aufstehen aufs Töpfchen gegangen. Von sich aus, ganz alleine, ohne Zwang. Sie war so stolz und wir total verblüfft. Ist sie jetzt auf dem Weg sich von ihrer Windel zu trennen?

Nach dem Urlaub war dann alles wieder vorbei. Töpfchen und Toilette wurden gemieden, ich durfte nicht einmal das Wort windelfrei in den Mund nehmen. Das ging tatsächlich 9 Monate so. Wir haben zwischendurch gefragt, ob sie auf die Toilette möchte. Das wurde immer wieder verneint. Also haben wir beschlossen ihr Zeit zu geben. So viel Zeit wie sie braucht.

Große Mädchen tragen keine Windel mehr, oder doch?

Die Tatsache, dass der Wirbelwind bald eine große Schwester wird, hat in ihr einiges ausgelöst. Sie möchte sich um das Baby kümmern, alles alleine machen und am liebsten auch schon in die Schule gehen. Vermutlich ist ihr dann auch bewusst geworden, dass große Schwestern ja gar keine Windel mehr tragen. Im Kindergarten ist sie dann auf ihre Erzieher zugegangen und wollte einen Tag lang nur noch zur Toilette. Nachmittags waren wir zum Spielen verabredet, ohne Windel. Der Tag hat ihr und mir gezeigt, dass sie keine Windel mehr braucht. Abends vor dem Schlafen gehen wurde es ihr plötzlich zu viel. Sie wollte sofort eine Windel anziehen und auch in den Tagen danach wollte sie ständig eine Windel tragen. Ohne Ausnahme.

Zwei Wochen später habe ich an einem Wochenende die Gelegenheit genutzt. Es war heiß und ich habe ihr angeboten nur ein Kleid zu tragen. Sie war sich zunächst unsicher, da wir aber nur zuhause waren, hat sie es ohne Windel probiert. Sie musste zwischendurch aber immer mal wieder für kurze Zeit eine Windel tragen. Montags ist sie dann in den Kindergarten gegangen, ohne Windel. Sie hat die ersten beiden Nächte noch eine Windel getragen, seitdem nicht einmal mehr danach gefragt. Das ist jetzt 10 Wochen her. Sie geht auf die Toilette wie ein großes Mädchen, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

Das Unterhosen-Drama

Das klingt alles zu schön um wahr zu sein, wäre da nicht das Unterhosen-Drama. Der Wirbelwind wollte absolut und auf keinen Fall eine Unterhose tragen. Zuhause ist das egal. Aber unterwegs, nur mit einem Kleidchen an? Also sind wir in die Stadt gefahren, sie durfte sich selber Unterhosen aussuchen. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es bei mir eine Regel: Ich kaufe meinem Kind niemals irgendetwas von Anna & Elsa. Jetzt trägt sie Anna & Elsa Unterhosen und ist das glücklichste Kind auf der Welt. Zum Glück werden diese Unterhosen irgendwann zu klein oder gehen einfach verloren…

Windelfrei

Die 7 besten Tipps, damit auch eure Kinder windelfrei werden!

  1. Lasst euren Kindern die Zeit, die sie brauchen
    Das ist der vermutlich wichtigste Tipp überhaupt. Setzt eure Kinder nicht unter Druck, sie bestimmen von ganz alleine wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Vergleicht eure Kinder nicht mit anderen Kindern. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Ist euer Kind überhaupt bereit windelfrei zu sein? Habt Geduld, irgendwann kommt der richtige Zeitpunkt.
  2. Zuhause bleiben
    Wenn euer Kind bereit ist keine Windel mehr zu tragen, dann bleibt möglichst zuhause. So kann euer Kind in gewohnter Umgebung auf die Toilette gehen. Und wenn mal etwas daneben geht, ist es schnell beseitigt. Der Sommer eignet sich sehr gut für das Toilettentraining.
  3. Ausstattung für das Toilettentraining
    Egal ob Töpfchen oder Toilette, kindgerecht sollte es sein. Der Wirbelwind hat direkt die Toilette bevorzugt. Wir nutzen einen herkömmlichen Toilettensitz und ein Höckerchen, damit sie alleine auf die Toilette klettern kann.
    Für unterwegs habe ich einen klappbaren Toilettendeckel und Desinfektionstücher gekauft. Für Nachts nutzen wir eine Nässeschutzauflage.
  4. Konsequent sein
    Windel mal ja, mal nein verwirrt das Kind nur. Sobald es tagsüber keine Windel mehr braucht, sollte diese auch konsequent ausgezogen werden. Viele Kinder tragen anfangs Nachts noch eine Windel. Unfälle sind völlig ok, Kinder lernen daraus sehr schnell.
  5. Nicht schimpfen
    Unfälle passieren und sie sind dem Kind sehr unangenehm. Daher ist es wichtig, dass ihr nicht mit dem Kind schimpft, um keinen Stress auszulösen. Wenn mal was daneben geht, möglichst keine/wenig Aufmerksamkeit schenken. Zur Kenntnis nehmen, wegwischen, trockene Sachen anziehen, fertig. Diese Unfälle sind nicht von langer Dauer. Besser ist es die Erfolge zu feiern und die Misserfolge nicht zu würdigen.
  6. Bücher unterstützen
    Ich habe lange nach einem Buch gesucht, was der Realität entspricht und offen und ehrlich mit dem Thema umgeht. Viele Bücher sind mir einfach zu abstrakt. Nach längerer Recherche bin ich auf das Buch “Edgar ohne Windel” gestoßen, was ich bei Mamikreisel gekauft habe. Ich kann euch dieses Buch sehr empfehlen. Es geht offen und auf lustige Weise mit dem Thema um. Edgar lernt mit Hilfe seiner Freunde und Kuscheltiere auf die Toilette zu gehen. Wir lesen dieses Buch oft auf der Toilette und seitdem gehen die Kuscheltiere auch aufs Töpfchen.
  7. Wechselwäsche für unterwegs mitnehmen
    Zuhause erkennt man einfacher, wenn das Kind auf die Toilette muss. Unterwegs oder beim Spielen mit anderen Kindern wird es schnell vergessen. Daher einfach immer Wechselwäsche mitnehmen. Irgendwann wird diese auch überflüssig. Und bevor man das Haus verlässt auf die Toilette gehen. Machen Erwachsene ja auch nicht anders.

Für viele Kinder ist der Stuhlgang oft schwieriger, denn sie müssen sich “verabschieden”. Es gibt Kinder, die dafür noch lange eine Windel benötigen. Das ist alles ganz normal und kein Drama. Kinder nehmen sich die Zeit, die sie brauchen und die sollen sie auch bekommen. Ruhe bewahren, darüber reden und das Kind unterstützen. Das ist enorm wichtig. Dann klappt es auch bei eurem Kind und es ist endlich windelfrei.

Wie sind eure Kinder windelfrei geworden?

Eure,
Karin