Wenn es eine Rangordnung geben würde, stände unser Sohn in seinen Augen an erster Stelle. Ein “nein” wird erstmal konsequent ignoriert. Auf Mama und Papa hören ist ja langweilig und verdirbt den ganzen Spaß. Wenn überhaupt, müssen Mama und Papa kompromissbereit sein.

Als Mutter bin ich da oft im Zwiespalt.

Einerseits treibt mich der kleine Quatschkopf damit richtig auf die Palme, Geduld ist wirklich nicht meine Stärke. Andererseits bin ich oft amüsiert oder sogar stolz, wie er gewisse Situationen angeht und lösen will. Zu seinem Vorteil.

Ein Beispiel:

Er setzt sich direkt hinter den großen Bagger zum Buddeln. Ich sage, dass er sich etwas entfernen soll. Er steht auf, geht einen kleinen Schritt zur Seite und fragt “So?”. Ich sage, er soll noch weiter zurückgehen, daraufhin folgt das gleiche Spiel. Er geht einen kleinen Schritt zur Seite und fragt wieder “So?”, obwohl er genau weiß, dass es noch nicht genug ist. Letztendlich sitzt er nicht mehr direkt hinter dem Bagger, aber auch nicht an der Stelle, die ich ausgesucht hatte. Hauptsache er hat das letzte Wort.

Mir ist natürlich bewusst, dass eine gewisse Strenge bzw. konsequent sein in diesem Alter und in der Erziehung generell sehr wichtig ist.

Wer ist hier der Boss?

Dann muss ich auch mal das Bobbycar nach draußen stellen, wenn der kleine Quatschkopf zum wiederholten Mal gegen die Fenster gefahren ist. Auch wenn dann eine wilde halbe Stunde beginnt, einschließlich weinen, schreien, beißen und zum Schluss ganz erschöpft in Mamas Arm liegen.

Neulich gab es auch wieder so eine Situation. Omi hatte eine neue Winterjacke für den Kleinen mitgebracht. Natürlich sollte er diese kurz anprobieren, aber er wollte gerade absolut nicht. Dieses Mal konnte seine Tante ihn aus der Situation rausholen, aber trotzdem gab es erstmal einen Kampf.

 

Es fällt mir schwer, da ich nicht gerne nein sage.

Und es auch nicht gut kann. Aber am Ende lernen wir beide aus diesen Situationen und können beim nächsten Mal schon viel besser damit umgehen. Entweder, weil wir schneller daraus finden, oder einfach wissen, dass es manchmal nicht anders geht, als frustriert zu sein.

Ich habe die Hoffnung, dass es mit der Zeit einfacher wird. Oder ich ein stärkeres Fell bekomme, was die Erziehung angeht.

Habt ihr Tipps für mich?

Eure,
Sandra