Wandern mit Kindern, geht das? Für uns ist diese Frage eindeutig mit einem Ja zu beantworten. Der Wirbelwind wird bald 3 Jahre, seitdem sie 3 Monate ist fahren wir mit ihr regelmäßig in die Berge. Bald sind wir zu viert und auch dann werden wir weiterhin in die Berge fahren.

[Werbung, unbezahlt]

Natürlich ist das Wandern mit Kindern nicht mehr so unkompliziert. Es gibt einiges im Vorfeld zu beachten und gerade längere Wandertouren planen wir sehr genau. Genießen können wir unsere Wanderungen genau so wie früher, nur eben etwas anders.

Wandern mit Kindern

Am Samstag geht es für uns wieder ins Pitztal und auch dort werden wieder einige Wanderungen auf uns warten.

Unsere besten Tipps für entspanntes Wandern mit Kindern

Wandern klingt für viele langweilig und öde. Ist es aber überhaupt nicht! Jede Wanderung ist ein Abenteuer, es gibt dort so unglaublich viel zu entdecken: Blumen, Pflanzen, Tiere und Berge, die mit Schnee bedeckt sind. Steine werden bestaunt und Wasserfälle bezwungen. Eine Wandertour ist für uns jedes mal ein schönes Erlebnis.

Wir lieben die Natur und Bewegung und diese Liebe möchten wir dem Wirbelwind vorleben. Auch mit ihren zwei Jahren kann sie erste Distanzen meistern und ist am Ende jeder Wanderung stolz auf sich.

Tipp 1 // Routenplanung

Wandern mit KindernEs ist selbstverständlich, dass wir gefährliche Touren vermeiden. Es gibt zahlreiche einfache und familienfreundliche Wanderwege. Im Internet und auch vor Ort in den Tourismusinformationen findet man viele Tourenvorschläge.

Eine Wandertour mit Kindern sollte nicht zu lang sein und die Bedürfnisse der Kinder müssen berücksichtigt werden. Wir wählen meist eine Tour mit einem schönen Ziel, z.B. See, Alm, Wasserfall oder einer tollen Aussicht. Einige Almen haben kleine Spielplätze oder Trampoline.

Touren, die man nicht abbrechen kann, sollte man sorgfältig überlegen und planen. Sind sie kindgerecht? Gibt es vielleicht eine Gondel in der Nähe, mit der man zum Auto/Unterkunft fahren kann? Siehe auch Tipp 9, wenn dein Kind keine Lust mehr hat.

Tipp 2 // Vorbereitung

Wenn die Tour feststeht, legen wir einen Zeitplan fest. Wie lange werden wir für die Tour inkl. großzügiger Pausen brauchen? Wie lang ist die Anfahrt dorthin? Wie soll das Wetter werden?

Wir starten morgens meist recht früh, damit wir am Nachmittag zurück sind. So stellen wir sicher, dass wir auf keinen Fall erst am Abend zur Schlafenszeit zurück in der Unterkunft sind. Es ist immer sinnvoll beim Wandern mit Kindern mehr Zeit einzuplanen, als in den Tourbeschreibungen vorgeschlagen wird.

Das Wetter in den Bergen kann sich schnell ändern. Daher müssen Wetterumschwünge im Vorfeld abgeklärt werden, denn niemand möchte bei Regen oder sogar Gewitter auf einem Gipfel stehen.

Es gibt tolle und große Wanderrucksäcke. Wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, muss man entsprechend viel einpacken. So ein Rucksack kann dann schnell schwer werden. Daher so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig einpacken.

Tipp 3 // Ausrüstung

Auf den Bergen ist es oft kühler als im Tal, daher sollte man immer ausreichend warme Kleidung einpacken. Auch wenn man im T-Shirt und Shorts startet, kann es gut sein, dass man auf dem Gipfel noch etwas Langärmeliges und eine Windjacke tragen muss. Für Kinder ist es immer sinnvoll eine dünne Mütze und einen Schlauchschal einzupacken. Bei kleineren Kindern, die in der Trage sitzen, sollte man auch eine Strumpfhose oder eine zweite Hose einpacken.

Am Millstätter See sind wir einmal bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen mit kurzen Klamotten vom See aus zum Granattor gestartet. Dort oben war es so kalt, dass wir den Wirbelwind in einer Decke, die wir glücklicherweise als Picknickdecke eingepackt hatten, einwickeln mussten. Und das obwohl sie Mütze, Jacke und lange Sachen (2 Lagen) getragen hat.

Wandern mit KindernDie Sonne darf man in den Bergen nicht unterschätzen! Auch wenn es kühl ist und der Wind weht, brennt die Sonne und hat eine unglaubliche Kraft. Sonnencreme und Sonnenhut gehören daher immer in den Rucksack!

Wir packen auch immer ein kleines First Aid Kit ein, sicher ist sicher. Gebraucht haben wir es zum Glück noch nie.

Wanderstöcke gehören seit dem letzten Jahr für uns auch zur Ausrüstung. Das Gewicht eines Kindes ist beim rauf- und runtergehen nicht zu unterschätzen und die Wanderstöcke sind eine prima Unterstützung. In diesem Jahr habe ich zwar kein Gewicht auf dem Rücken, aber auch während der Schwangerschaft möchte ich sie nicht missen.

Tipp 4 // Kinderkraxe und Babytrage

Wandern mit KindernOhne unsere Kraxe (wir haben eine von Deuter), fahren wir in keinen Wanderurlaub. Wir haben sie gekauft, als der Wirbelwind 10 Monate alt war und auch jetzt mit fast 3 Jahren sitzt sie immer noch gerne drin. Sie kann von dort alles beobachten und liebt es ihren Papa im Nacken zu kitzeln.

Die Kraxe hat auch ein kleines Dach, dies dient als Sonnen- oder Regenschutz. Außerdem gibt es einiges an Fächern für die Ausrüstung. Wir haben in der Kraxe ein Trinksystem untergebracht. Damit es nicht so schwer wird, sind die anderen Trinkflaschen in unserem Wanderrucksack.

Der Wirbelwind nutzt die Kraxe auch zum Ausruhen und für den Mittagsschlaf. Sie legt den Kopf dann entweder nach vorne oder seitlich ab.

Bis zu ihrem zweiten Geburtstag haben wir zusätzlich auch die normale Babytrage mitgenommen. Ich habe den Wirbelwind lange getragen und sie hat es sehr genossen, vor meinem Bauch ihren Mittagsschlaf zu machen.

Tipp 5 // Sicheres Schuhwerk

Richtige Schuhe in den Bergen sind enorm wichtig und bieten ausreichend Sicherheit, gerade wenn man ein Kind auf dem Rücken trägt. Wir haben hohe Wanderschuhe, diese sind optimal für lange Tagestouren und bieten ausreichend Sicherheit auf losem Untergrund und bei An- und Abstiegen.

Der Wirbelwind hat noch keine Wanderschuhe, da sie bei schwierigeren und steileren Stücken in der Kraxe ist. Sie trägt einfach normale Sportschuhe, in denen sie gut und sicher laufen kann.

Tipp 6 // Pausen einplanen

Wandern mit KindernWanderungen mit Kindern dauern länger und deshalb muss man direkt mehr Zeit einplanen. Hier etwas essen, dort ein bisschen spielen und immer mal wieder wickeln. Manchmal machen wir gefühlt alle 30 Minuten eine Pause.

Zwischendurch hat der Wirbelwind keine Lust mehr in der Kraxe zu sitzen, möchte lieber Blumen anschauen oder am Wasserfall spielen. Das ist alles ok und gehört zum Wandern mit Kindern dazu.

Deshalb ist es so wichtig, dass man morgens rechtzeitig startet und insgesamt mehr Zeit einplant.

Tipp 7 // Verpflegung

Ausreichend Trinken und Essen, das ist für Kinder enorm wichtig! Wenn man den ganzen Tag an der frischen Luft ist, wird man richtig hungrig. Wenn eine Alm das Ziel ist, kann man dort gut Mittagessen oder sich ein Stückchen Kuchen gönnen. Semmeln, frisches Obst, kleine Snacks und natürlich ausreichend Wasser haben wir aber immer im Rucksack.

Tipp 8 // Wandern spielerisch gestalten

Damit Kinder gerne wandern gehen, sollte man die Wanderungen spielerisch gestalten. Wenn das Kind in der Kraxe sitzt, kann man prima „Ich sehe was was du nicht siehst“ spielen. Auf geraden Wanderwegen kann man fangen oder verstecken spielen. Die Natur bietet unterwegs ausreichend Souvenirs wie Steine, Blumen und Stöcke, die die Kinder stolz mit nach Hause nehmen können.

Und warum nicht mal die Sinne anregen? In den Bergen gibt es so viel zu sehen, riechen, hören und fühlen. Oder vielleicht mal das frische Bergwasser probieren? Das ist für jedes Kind ein Erlebnis.

Tipp 9 // Kind hat keine Lust mehr

Wenn das Kind keine Lust mehr hat, sollte mein einen Plan B zur Hand haben: eine tolle Geschichte, das Lieblingsspielzeug oder vielleicht was Süßes? Und im Notfall muss man eine Wanderung abbrechen oder umkehren, falls dies möglich ist. Sonst wird die Wanderung für alle zur Qual und zurück bleibt eine unschöne Erinnerung.

Tipp 10 // Eigene Bedürfnisse zurück stellen

Wanderbegeisterte Eltern müssen lernen, die Welt mit Kinderaugen zu betrachten. Es gibt Touren, die für Kinder nicht geeignet sind. Dies müssen wir respektieren. Ein Elternteil kann diese Touren alleine gehen oder sich Gruppen anschließen, während das Kind mit dem anderen Elternteil den Tag anders gestaltet. Deshalb gibt es in unserem Urlaub immer einige Tage, an denen mein Mann und ich unterschiedliches Programm haben.

Wandern mit Kindern

Oft haben wir schon die Frage gehört, ob so eine Wanderung nicht zu anstrengend ist? Zu gefährlich? Zu langweilig? Wir können unsere Kräfte gut einschätzen und einteilen, informieren uns im Vorfeld ganz genau über die Wanderung und versuchen jede Tour zu einem kleinen Erlebnis zu machen.

Die Natur und die Berge sind für uns der tollste Spielplatz und ein magischer Ort zum Entdecken. Es wird hoffentlich kein Jahr vergehen, indem wir nicht als Familie in den Bergen wandern gehen.

Wie verbringt ihr euren Urlaub? Teilt ihre unsere Leidenschaft für die Berge oder zieht es euch ans Meer?

Eure,
Karin