Wer sein Kind unter 3 Jahre in die Betreuung geben möchte/muss, wird sich mit dieser Frage auseinandersetzen – Tagesmutter oder Kindergarten? Was ist die beste Betreuung für mein Kind?

Da es einfacher ist, verwende ich hier nur das Wort Tagesmutter. Es gibt natürlich auch ganz tolle Tagesväter und in meinem Beitrag spreche ich selbstverständlich beide an.

Der Wirbelwind sollte in den Kindergarten gehen!

Als ich mit dem Wirbelwind 2015 schwanger war, haben wir uns gegen eine Tagesmutter entschieden und wollten unsere Tochter gerne direkt in einem Kindergarten anmelden. Schon in der Schwangerschaft habe ich mir viele Einrichtungen angeschaut. Es gibt bei uns einige Kindergärten in der Umgebung, aber nicht jeder bietet Plätze ab 1 Jahr an. Und auch nicht jeder Kindergarten mit U2-Gruppen kam für uns in Frage. Bei einigen haben Fakten entschieden, bei anderen mein Bauchgefühl.

Schlussendlich habe ich sie bei vier Kindergärten angemeldet und am Ende nur eine Zusage erhalten. Ich habe bei meinem persönlichen Favoriten, von dem wir eigentlich eine Absage erhalten haben, angerufen und da dort ein Kind abgesprungen ist, konnten wir glücklicherweise nachrücken.

Der Kindergarten ist recht klein, normalerweise gibt es dort 2 Gruppen. Seit 2016 gibt es dort eine dritte Gruppe, das Zwergennest. Dort werden 5 Kinder im Alter bis 2 Jahre von zwei Erziehern betreut. Wir hatten das große Glück, dort einen Platz zu bekommen und der Wirbelwind hatte so einen ruhigen und liebevollen Einstieg in das Kindergartenleben.

Kommt unser zweites Kind auch in den Kindergarten?

Jetzt bin ich zum zweiten Mal schwanger. Natürlich möchte ich, dass unser zweites Kind auch ins Zwergennest kommt. Nur leider weiß ich mittlerweile, dass es gar nicht so einfach ist einen Platz in einem Kindergarten zu bekommen und dass wir damals sehr viel Glück hatten.

Deshalb werden wir unser zweites Kind zusätzlich bei mehreren Tagesmüttern anmelden, damit wir am Ende auch sicher einen Platz bekommen.

Ich habe mich bereits in der 20. SSW bei Tagesmüttern für 2019 vorgestellt und stehe bei einigen nur auf der Warteliste, da sie bereits so viele Anmeldungen für das nächste Jahr haben. Ich finde das total verrückt! Viele melden ihr Kind mittlerweile mit positivem Schwangerschaftstest an. Ich war dieses Mal schon stolz auf mich, dass ich mich schon in der 8. SSW um eine Hebamme gekümmert habe. Wo soll das alles hinführen?

Tagesmutter oder Kindergarten // Vor- und Nachteile

Für mich haben beide Konzepte, Tagesmutter und Kindergarten, Vor- und Nachteile. Es ist definitiv nicht leicht, für sein Kind und seine Familie immer die beste Entscheidung zu treffen. Manchmal sogar unmöglich.

Und dann ist da ja auch gar keine Garantie, dass man einen Platz bekommt. Manchmal muss man froh sein, überhaupt eine Betreuung gefunden zu haben. Und dann, Betreuung um jeden Preis? Eine Einrichtung nehmen die man eigentlich ablehnen möchte?

5 Vorteile: Tagesmutter oder Kindergarten // Eine Entscheidungshilfe

Falls ihr das große Glück habt und zwischen Tagesmutter oder Kindergarten entscheiden könnt oder gerade auf der Suche nach einem geeigneten Betreuungskonzept seid, habe ich hier vielleicht eine kleine Entscheidungshilfe für euch.

Tagesmutter // 5 Vorteile

  1. Kleine Gruppen
    Tagesmütter betreuen bis zu fünf Kinder im Alter bis ca. 3 Jahre. Manchmal auch nur 2-3 Kinder, das ist oft abhängig von der Größe der Räume/Wohnung/Haus. Für die Kinder ist diese geschwisterähnliche Konstellation meist sehr angenehm, denn die Lautstärke ist gering und gerade schüchterne Kinder finden sich leichter in die Gruppe ein. Außerdem müssen die Kinder die Aufmerksamkeit nicht mit so vielen anderen Kindern teilen.
  2. Frische Kinderküche
    Ich habe mir einige Tagesmütter angeschaut und überall wurde selbst gekocht, oft mit dem Thermomix. Einige Tagesmütter lassen sich frische Bio-Lebensmittel liefern und das Obst und Gemüse hat eine ausgezeichnete Qualität. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass oft auch vegetarisch gekocht wird.
  3. Familiäre Umgebung
    Die Räumlichkeiten sind überschaubar und familiär gehalten, z.B. in der Privatwohnung oder in speziell eingerichteten Räumen im Haus. Kinder fühlen sich so schnell wohl und geborgen.
  4. Haustiere
    Viele Tagesmütter haben Haustiere, um die sich die Kinder kümmern dürfen. Neben Hunden und Katzen oft auch Kaninchen, Meerschweinchen und Hühner. Die Beziehung zwischen Kind und Tier ist etwas ganz wundervolles. Kinder wachsen so auch ohne Angst vor Tieren auf, gerade wenn es zu Hause keine Tiere gibt.
  5. Flexible Betreuungszeiten
    Tagesmütter sind nicht so sehr an feste Zeiten gebunden, durch die kleine Gruppengröße können Bring- und Abholzeiten flexibler gestaltet werden. Das ist natürlich ein großer Vorteil, denn nicht immer kann man pünktlich Feierabend machen und gerne steht man auch mal im Stau.

Kindergarten // 5 Vorteile

  1. Vielfältiges Angebot
    Kindergärten bieten zahlreiche Angebote für Kinder wie Musikstunden, Experimente, Sprachkurse, Sommerfest, Fest der Kulturen, Nachmittage mit Mama oder Papa, Oma oder Opa, Ausflüge ins Seniorenheim, Martinsumzüge u.s.w. Auch für die Eltern gibt es Themenveranstaltungen zur Entwicklung, Windelfrei, Gesprächsangebote bei Problemen oder Elternabende.
  2. Von älteren Kindern lernen
    Im Kindergarten sind Kinder bis 6 Jahre, von denen auch die Kleinsten profitieren. Ältere Kinder können Patenschaften übernehmen, kleinere Kinder schauen sich die Älteren ganz genau an und machen ihnen viel nach. Sie lernen so sehr schnell und machen schnelle Fortschritte.
  3. Keine neue Eingewöhnung notwendig
    Dieser Punkt war für uns damals sehr wichtig. Meine Tochter hätte sich zuerst an die Tagesmutter gewöhnen müssen und nach 1-2 Jahren an den Kindergarten. Ich wollte ihr diesen Stress und zwei Eingewöhnungen in zwei Einrichtungen mit verschiedenen Bezugspersonen ersparen.
  4. Große, kindgerechte Umgebung und Räume
    Die Räume im Kindergarten sind auf die Kleinen ausgerichtet. Alles ist für die Kleinsten optimiert. Neben den normalen Gruppenräumen gibt es Ruheräume, Küche und eine Turnhalle. Es gibt kleine Kinderwaschbecken und -toiletten. Der Eingangsbereich ist meist mit kleinen Garderoben und Sitzbänken ausgestattet. Auch der Außenbereich ist für Kinder bis zum Grundschulalter konzipiert. Die Räume und das Außengelände sind oft groß genug zum toben und spielen, aber auch nicht zu groß und weitläufig gestaltet.
  5. Vertretung bei Ausfall
    Ein ebenfalls sehr wichtiger Punkt bei meiner Entscheidung für den Kindergarten war die Regelung bei Ausfall, z.B. Krankheit. Im Kindergarten gibt es genug Erzieher, die bei Krankheitsfall und Urlaub einen Erzieher ersetzen können. Erzieher helfen in anderen Gruppen aus oder Kinder besuchen andere Gruppen. Eltern müssen so nicht nach kurzfristigen Lösungen suchen, denn ein Krankheitsfall kann auch schon mal ein paar Wochen andauern.

Das Anmeldesystem für Tagesmutter oder Kindergarten

Egal für welche Art der Betreuung man sich entscheidet, im Vorfeld schaut man sich vor Ort die Einrichtung und die Bezugspersonen an.

Für die Vermittlung einer Tagesmutter ist die Stadt zuständig. Dort kann man sich im Vorfeld beraten lassen und erhält auch die Adressen. Hat man sich für eine oder mehrere Tagesmütter entschieden, meldet man sein Kind dort direkt an. Seinen Ansprechpartner sollte man stets auf dem Laufenden halten.

Viele Städte arbeiten mittlerweile mit dem Kita-Navigator. Man schaut sich im Vorfeld alle gewünschten Kindergärten an, registriert sich im System und meldet sein Kind an. Die Angaben kann man auch im Nachgang noch ändern. Der Bescheid über die Platzvergabe erfolgt dann ebenfalls über den Kita-Navigator.

Neben Tagesmutter und Kindergärten gibt es auch noch die Betreuung durch Großeltern und Freunde oder natürlich die Betreuung durch Mama oder Papa, manchmal auch ohne Einrichtung bis zur Grundschule.

Jede Familie ist individuell und benötigt ein Betreuungssystem ganz auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Das ist abhängig vom Job, Arbeitszeiten, familiäre Unterstützung, persönliche Einstellung, Bedürfnisse des Kindes, Wunsch der Eltern. Egal welche Entscheidung ihr trefft, ihr müsst damit glücklich sein und sie muss zu euch, euren Kindern und eurem Familienleben passen.

Und egal wie ihr euch entscheidet, lasst euch nicht reinreden und durch andere verunsichern!

Eure,
Karin