Wir leben nun seit fünf Jahren in unserer Wohnung – die ersten zwei Jahre davon alleine.

Dann kam unser erster Wohnungsschreck: unser Labrador Chili, ein Hochzeitsgeschenk (nochmals „DANKE“). Sockelleisten, Couch und Couchtisch, Wohnwand, Wände und Pflanzen – vor nichts machte er Halt.

Renovieren mit Säugling und Kleinkind2015 folgte Wohnungsschreck Nr. 2 – Taps. Bobby-Car-Spuren an Wänden und Türrahmen, die ganze Wohnung wird als Werkstatt genutzt, der Kinderhammer kam schon an vielen Stellen zum Einsatz, in der Küche kann man bereits jetzt sein Talent und seine Leidenschaft fürs Backen erkennen– ÜBERALL.

Nun kam ich an den Punkt, an dem ich mich nicht mehr wirklich wohlgefühlt habe in meiner leicht demolierten Wohnung und es Zeit wurde zu renovieren – ein gut gewählter Zeitpunkt sieben Wochen nach der Geburt vom Milchbärchen.

WIE SIEHT ALSO DERZEIT MEIN TAG AUS?

Zum Glück steht mein Mann mit Taps auf und übernimmt das Frühstück mit ihm, denn erstens ist er ein echter Frühaufsteher (alles nach 5.30 Uhr löst Freudensprünge bei uns aus) und zweitens sind die Nächte mit dem Milchbärchen, sagen wir, noch verbesserungswürdig. Gegen 6.30 Uhr stehe ich auf und von da an beginne ich zu laufen wie ein Duracell-Häschen: Stillen, Zwerge richten und bespaßen, einkaufen, kochen, essen, mit dem Hund laufen, waschen, putzen, Arzttermine und so weiter. Gegen 19 Uhr ist Ruhe in der Wohnung, denn Taps hat nun auch noch vor zwei Wochen entschieden, dass er keinen Mittagsschlaf mehr braucht und um diese Uhrzeit ist endlich auch bei ihm mal die Batterie leer.

Renovieren mit Säugling und KleinkindTagsüber ist es unmöglich zu renovieren. Einen Versuch haben wir am Wochenende gewagt: Taps war zwar mit Feuereifer dabei, Hilfe war er jedoch keine – ganz im Gegenteil. Auch er wollte Wände „streicheln“, aber am Ende befand sich die Farbe überall (besonders an ihm selbst) – nur nicht an der gewünschten Wand. Und beim Zusammenschrauben eines Schrankes, fehlen am Ende einige Schrauben – sie gehören nun zu Taps Werkstattinventar.

Deshalb heißt es für mich erst nachdem die zwei Zwerge im Bett sind abkleben, streichen, bohren, schrauben,… Natürlich meldet sich meistens einer der beiden sobald der Pinsel in der Farbe steckt und ich muss mit farbverschmierten Fingern zum Trösten kommen. Da sich alle „Werkzeuge“ auch super als Spielzeug eignen, muss am Abend immer noch alles weggeräumt werden. Um 23 Uhr falle ich todmüde ins Bett und spätestens eine Stunde später meldet sich Milchbärchen zum ersten Mal (und danach noch weitere zwei bis vier Mal). Schlaf ist gerade also Mangelware, genauso wie freie Zeit für mich.

Am nächsten Morgen zeige ich Taps stolz, was Mama am vergangenen Abend gearbeitet hat, aber außer ein kurzer Blick auf die frisch gestrichene Wand (ehemals gelb, nun braun!), kann er nicht mit mehr Begeisterung dienen. Trotzdem, und trotz der fehlenden Zeit lohnt es sich für mich so kurz nach der Geburt von Milchbärchen mit Säugling und Kleinkind zu renovieren, denn Stück für Stück fühle ich mich wieder wohl in meinem Zuhause.

Eure,
Bibi