Schon seit Anfang des Jahres war die Entfernung der Polypen unseres Frühlingskindes sowie das Einsetzen von Paukenröhrchen Thema bei unserem HNO.

Warum Polypen raus und Paukenröhrchen? Was hatte das Frühlingskind überhaupt?

  • offene Mundhaltung
  • Schwitzen im Schlaf
  • jeder Infekt hat immer gleich auch die Ohren beeinflusst
  • teilweise sehr starke Augenränder

Unser HNO wollte im Sommer nach dem zweiten auffälligem Befund der Ohren, dass wir für 6 Wochen ein kortisonhaltiges Nasenspray für das Frühlingskind nutzen. Ziel sollte sein, dass die Polypen sich verkleinern um eine Operation zu vermeiden.

Uns ging das allerdings etwas zu schnell. Ihre Polypen waren vorher nie Thema und plötzlich sollen sie gleich mit Kortison behandelt werden. Wir haben uns entschieden erstmal unsere Kinderärztin (die auch gleichzeitig Homöopathin ist) anzusprechen um uns eine zweite Meinung einzuholen.

Nach einem Gespräch mit ihr haben wir uns für folgenden Weg entschieden:

  • das Nasenspray vorerst auszulassen
  • Einsetzen eines medizinischen Luftballons, der mit der Nase aufgeblasen wird (vom HNO: zur Wiederherstellung der Ohrbelüftung)
  • ein homöopathisches Mittel zum Abschwellen der Polypen
  • Osteopathie zur Unterstützung
  • den Sommerurlaub in Spanien nutzen und viel Zeit an der frischen Luft verbringen

Nach 6 Wochen sind wir total positiv zu dem Kontrolltermin beim HNO gegangen. Leider ohne Erfolg. Die Polypen unseres Frühlingskindes waren immer noch viel zu groß und ihre Ohren nicht gut belüftet.

Dann musste es wohl sein. Wir haben uns für das kortisonhaltige Nasenspray entschieden, aber leider blieb auch das ohne Erfolg. Nach 4 Wochen bekam sie eine dicke Mittelohrentzündung, die wir sogar antibiotisch behandeln mussten. Da waren sich unsere Kinderärztin und unser HNO gleich einig: Die Entfernung der Polypen und Paukenröhrchen einsetzen.


Gesagt, getan. OP-Termin 2 Wochen später.

Ich muss sagen, dass ich ab dem Moment, dass die Entscheidung so klar getroffen wurde, fast erleichtert war und mich auf den Tag der OP sogar gefreut habe. Endlich wird mein Frühlingskind diese blöden Dinger los und kann wieder ruhiger schlafen.


Der Ablauf an so einem OP Tag

  1. Das Kind muss nüchtern bleiben (schon eine erste kleine Herausforderung, wenn der OP Termin erst um 11:30 Uhr ist).
  2. Im Krankenhaus in den Schlafanzug und auf’s Kinderbett gehüpft.
  3. Dann gibt es Zauberpflaster und Zaubersaft (Pflaster betäuben die Stellen wo der Zugang gelegt werden soll und der Saft ist Ibuprofen für die Schmerzen nach der OP).
  4. Mama wird in ein „Froschkostüm“ gepackt (OP-Kleidung) und dann geht es auf dem Arm in den Operationsraum.
  5. Dort wird dann zunächst der Zugang gelegt. Das ist nötig für die Narkose und tut Dank „Zauberpflaster“ nicht weh.

Das Frühlingskind war glücklicherweise allem gegenüber sehr positiv und als die Anästhesistin und der Arzt sie nach ihrem Wunschzettel an den Weihnachtsmann gefragt haben, war sie auch schon eingeschlafen.

Während sie dann allerdings so hilflos auf dem OP Tisch lag und ich raus musste, wurde mir doch ziemlich mulmig.

Polypen OperationZum Glück dauerte die OP keine 20 Minuten und schnell war der Arzt schon wieder bei mir. Alles lief einwandfrei, Polypen raus und Paukenröhrchen in beide Ohren gesetzt.

Dann wurde das Frühlingskind auch schon wieder zurück ins Zimmer geschoben. Nach ca. 30 Minuten wachte sie auf und war direkt klar da und ihre erste Frage war nach dem versprochenen Eis.

Eis gegessen, getrunken, weiches Brötchen gegessen, Check von der Anästhesistin, Check vom Arzt und schon ging es nach insgesamt knapp 4 Stunden wieder nach Hause.


Was Zuhause noch auf uns zukam

Polypen Operation

  • „Verminderte Verkehrstauglichkeit“. Die Kinder sind 24 Stunden nach der Narkose noch sehr müde und etwas benommen. Daher hat sie erstmal sehr viel geschlafen.
  • Eingeschränkte Sprache. Leider hat sich unser Frühlingskind wohl während der Narkose stark auf die Zunge gebissen, sodass diese so angeschwollen war, dass sie nicht mehr wirklich reden konnte, was unser Plappermäulchen wirklich schlimm fand.
  • Schmerzen. Obwohl es laut Info des Arztes so gut lief, dass es auch hätte sein können, dass sie schmerzfrei bleibt, hatte unser Frühlingskind 3 Tage lang Schmerzen. Diese haben wir aber mit 1-2x täglich Ibuprofensaft gut in den Griff bekommen.
  • Eis essen. Da es ihr HNO Arzt so empfohlen hat, wurde mindestens 3mal täglich Eis gegessen. Ihr müsst wissen unser Frühlingskind ist eine absolute Naschkatze, sodass durch das Eis und die Kühlung die Schmerzen völlig vergessen waren.
  • Kind ruhig halten. Schon am Abend des OP Tages war unser Frühlingskind schon wieder top fit. Gar nicht so leicht einer 3,5-jährigen zu erzählen, dass sie jetzt 3 Tage Ruhe einhalten muss.

Mein Tipp an dieser Stelle: Wir haben vorweg bereits 2-3 neue Bücher und Hörspiele für sie besorgt.


Polypen OperationDann gab es von Omi & Opi für die so tapfer überstandene OP noch etwas zum Basteln und Kleben und somit konnten wir das Frühlingskind einigermaßen gut ruhig halten. Am dritten Tag gab es Krankenbesuch von ihrer lieben Krabbelgruppenfreundin und schon waren die 3 Tage auch rum.

Abgesehen davon, dass sie weiterhin nach den leckeren Eistellern gefragt hat, war ziemlich schnell alles wieder so wie vorher.


Tatsächlich hat unser Frühlingskind gerade jetzt wieder eine Mittelohrentzündung (ca. 2 Wochen nach der OP). Mit den Paukenröhrchen läuft das Sekret problemlos ab, sie hat weder Druck auf den Ohren, noch Hörbeschwerden, Fieber oder Schmerzen.

An dieser Stelle: Wusstet ihr, dass die akute Mittelohrentzündung die häufigste Infektionskrankheit im Kindesalter ist?

Mein Fazit für euch:

Ich würde immer wieder vor dem Entschluss zu einer OP (Entfernung der Polypen sowie dem Einsetzen von Paukenröhrchen) die therapeutischen Alternativen abwägen. Sollte aber eine solche OP auch bei eurem Kind notwendig sein, hoffe ich, dass euch mein Beitrag hierzu hilft, der Sache entspannt und gelassen entgegen zu sehen. Es ist ein kleiner Eingriff, der nur in sehr seltenen Fällen im Nachgang Probleme bereitet.


Ach und übrigens: Kinder mit Paukenröhrchen dürfen heutzutage problemlos ohne weiteren Schutz 50 cm tief tauchen, duschen, baden und ins Schwimmbad wie sie möchten.

Weitere hilfreiche Infos zu diesem Thema, findet ihr unter:
http://www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/Paukenroehrchen/Paukenroehrchen.html

Eure,
Line