„Nach der Geburt sind alle Schmerzen vergessen!“ Ich habe mich nach meiner ersten Geburt gefragt, wer so etwas ernsthaft behaupten kann. Jetzt nach der Geburt von Milchbärchen, bin ich selbst eine von diesen „Verrückten“ und fast traurig, dass ich diese Geburtsschmerzen vermutlich nicht noch einmal erleben werde.


Geburtsbericht

Geburtsbericht: August 2015

10 Tage nach dem errechneten Entbindungstermin, hatte sich unser Taps leider immer noch nicht von alleine auf den Weg gemacht. Deshalb mussten wir morgens gegen 9 Uhr in die Klinik zur Einleitung der Geburt. Zum Glück wurde direkt gestartet, d.h. CTG, Ultraschall und dann wurde ein Gel auf den Muttermund aufgetragen. Der Arzt meinte, dass nachmittags erneut Gel aufgetragen wird, dann erst wieder am nächsten Tag.

Die Geburtseinleitung

Wir sollten uns darauf einstellen, dass es ein paar Tage dauern könnte bis die Geburt losging. Etwas demotiviert von seiner Aussage, bezogen wir erstmal unser Zimmer, gingen spazieren, danach Mittagessen in der Kantine. Dort bemerkte ich zum ersten Mal leichtes Ziehen im Unterleib. Anschließend gingen wir noch einmal zum CTG (das zeigte keine nennenswerte Wehen) und dann auf unser Zimmer.

Um 15 Uhr – ich hatte mich gerade damit abgefunden, dass wir uns noch etwas gedulden müssen – machte es „Plopp“. Wir marschierten zur Hebamme, um zu schauen, ob das tatsächlich die Fruchtblase war, denn eigentlich hatte ich mit einem „Platsch“ wie im Film gerechnet. Während die Flüssigkeit untersucht wurde, musste ich erneut ans CTG. Ab da begannen Wehenschmerzen, die ich nie wieder vergessen werde.

Die Wehen kommen – UUUU, OOOO, AAAA

Die Untersuchung der Flüssigkeit hätten sie sich also sparen können… Ich bin eigentlich eher ruhig und zurückhaltend – die Töne, die in den nächsten Stunden aus mir kamen, hätte ich nie von mir erwartet. (Der Parkhauswächter und die Dame am Empfang vermutlich auch nicht.) UUUUs, OOOOs, AAAAs, alles war dabei.

Zunächst versuchte ich die Wehen durch Laufen erträglicher zu machen. Aber ich hatte durchweg starke Wehen mit Pausen von höchstens 3 Minuten… Also ließ ich mich bereitwillig auf alle Ideen der Hebamme ein: Ich hasse baden in der Badewanne, aber ich wollte dennoch austesten, ob das etwas Entspannung bringt. Schade um das Wasser, denn ich war vielleicht 5 Minuten in der Wanne, habe mich aber total unwohl gefühlt. Also wieder raus.

Oder lieber doch eine PDA?

Eigentlich wollte ich mir keine Medikamente, PDA oder ähnliches geben lassen, aber die Schmerzen waren so stark, dass ich mich doch dazu entschloss, mir ein krampflösendes Mittel geben zu lassen. Im Nachhinein bereue ich es. Mir war als wäre ich betrunken, schwindelig, übel und alles lief an mir vorbei wie im Film, die Schmerzen waren unwesentlich geringer. Von da an lag ich nur noch auf dem Bett.

Da man immer hört, wie lange eine Geburt dauern kann, habe ich mein Mann zwischendurch zum Essen geschickt. Damit ich nicht solange alleine sein musste, kam mein Mann dann mit seinem Wurstbrot und Essiggurken zurück und setzte sich neben mich. Das war lieb gemeint von ihm, jedoch war mir so übel. Am liebsten hätte ich ihn rausgeschickt. Aber für mich war es so wichtig, dass er da war. Er konnte mir nicht helfen, aber ihn da zu wissen, war für mich das Wichtigste.

Endlich, ich darf pressen!

Gegen 19.30 Uhr hatte ich das Gefühl, ich müsste beginnen zu pressen, deshalb untersuchte mich die Hebamme noch einmal. Ein „Go“ und ich durfte endlich pressen!

GeburtsberichtDann kam dieser Moment, den viele Mamas bestimmt kennen: wenn man weiß, wenn ich jetzt presse, tuts richtig weh und ich reiße. Die Hebamme merkte wie ich mich davor drückte und meinte nur: „Da müssen Sie jetzt durch!“

Noch zwei Mal pressen und unser Schatz war um 20.08 Uhr endlich da. Unbeschreiblich, dieser Moment. Mein Mann schnitt die Nabelschnur durch, Taps wurde mir auf die Brust gelegt.

Wir hatten Glück, dass an diesem Abend wenig los war auf der Station, denn der Arzt und die Hebamme hatten viel Zeit und waren sehr entspannt. Ganze 45 Minuten wartete der Arzt bis sich die Plazenta zum Glück doch noch von alleine löste und eine Ausschabung somit unnötig wurde. Von allen fiel die Anspannung, Taps beruhigte sich, trank bereits fleißig an der Brust und wir durften endlich auf unser Familienzimmer.

Geburtsbericht: August 2017

Im Gegensatz zur 1. Schwangerschaft habe ich mich in der 2. Schwangerschaft bis zum Ende hin nicht wirklich geschont, mit Kleinkind auch schwer möglich. Ich hatte allerdings die Hoffnung, dass sich Milchbärchen dadurch vielleicht schneller auf den Weg zu uns machen würde.

Der erste Fehlalarm!

Da ich bei Taps eingeleitet wurde, wusste ich nicht, wie es sich anfühlt, wenn es losgeht. Eine Woche vor dem errechneten Entbindungstermin, wurde mein Bauch öfters, in regelmäßigen Abständen hart verbunden mit einem leichten Ziehen. Da die erste Geburt recht schnell ging, wollte ich nicht den richtigen Zeitpunkt verpassen loszufahren. Also riefen wir samstags abends bei meinen Eltern an, ob sie auf Taps aufpassen könnten, um in der Klinik abzuklären, ob sich etwas tut. Zwei Stunden später waren wir leider wieder Zuhause, geburtsunreifer Befund, vermutlich Senkwehen.

Auch am nächsten Tag blieben diese leichten Wehen nicht aus. Gegen Nachmittag wurden sie stärker und häufiger, aber wir verbrachten noch einen schönen Abend auf einem Geburtstag. Zuhause versuchte ich zu schlafen, aber alle 15 Minuten wurde ich geweckt von den Wehen. Gegen 0 Uhr fühlte ich mich nicht mehr wohl Zuhause, ging duschen, weckte meinen Mann, rief in der Klinik an. Die Hebamme am Telefon meinte nur, alle 10 Minuten sind noch lange Abstände und ich solle doch lieber Zuhause noch etwas warten. Aber mein Bauchgefühl sagte, dass wir fahren sollten.

Es geht los, die Wehen sind da – UUUU, AAAA! und OOOO!

Meine Eltern kamen vorbei, ich hoffte nur, dass es nicht wieder falscher Alarm war und sie erneut umsonst kommen mussten. Um 1.15 Uhr konnten wir Zuhause starten und wie ich im Auto saß, kamen wieder die bekannten UUUUs, AAAAs und OOOOs aus mir. Da wusste ich sicher, jetzt geht’s los.

Die Wehen im Sitzen zu veratmen fand ich unglaublich schwer und schmerzhaft. Kurz vor 2 Uhr kamen wir im Kreissaal an, der Weg vom Parkhaus kam mir ewig vor. Die Hebamme wollte eigentlich erst ein CTG machen. Als sie mich hörte, schaute sie lieber doch erst nach dem Muttermund. Schon 6 cm! Zum Glück kein Fehlalarm. Direkt bekam ich ein Antibiotikum, da ich eine Streptokokken-B-Infektion hatte (ich nehme gerne alles mit was es so gibt).

Die Wehen kamen nun alle 5 Minuten, ich blieb stehen und kreiste währendessen nur das Becken. Die Schmerzen waren so stark wie bei der ersten Geburt, allerdings durch die Pausen und die Bewegung, waren sie wirklich erträglich und für mich kam es nicht in Frage, mir ein Schmerzmittel geben zu lassen, nachdem es mir beim letzten Mal so schlecht ging.

Die Fruchtblase platzt!

Plötzlich wurde der Druck immer stärker. Die Hebamme meinte, dass gleich die Fruchtblase platzen wird. Sie hatte gerade zu Ende gesprochen, da machte es „Platsch“. Ich durfte beginnen zu pressen und nach der ersten Presswehe war auch schon der Kopf draußen, bei der zweiten war Milchbärchen da. Es war 3.17 Uhr. Danach legte ich mich aufs Bett und bekam meinen Schatz auf die Brust. Der Papa schnitt die Nabelschnur durch und dann wurde es wieder etwas spannend…

GeburtsberichtIch verlor sehr viel Blut durch die schnelle Geburt. Nach etwa einer Stunde entspannte sich die Lage zum Glück und auch die Zuckerwerte unseres Milchbärchens waren super (in dieser Schwangerschaft hatte ich auch Schwangerschaftsdiabetes). Ich habe mich so gut gefühlt und wäre, wenn möglich, gleich nach Hause gegangen. Allerdings musste ich aufgrund der Streptokokken und der Schwangerschaftsdiabetes 48 Stunden zur Überwachung im Krankenhaus bleiben.

So kamen wir pünktlich zum Frühstück in unser Familienzimmer.

Beide Geburten waren unvergesslich, auch wenn ich nur die zweite als unvergesslich schön beschreiben würde.
Aber die Momente, als mir meine Kinder zum ersten Mal auf die Brust gelegt wurden, sind beide die schönsten Momente in meinem Leben.

Und was ist eure Geburtsgeschichte?

Liebe Grüße, eure
Bibi