Das Schlafen der Kinder ist eines der Lieblingsthemen von Müttern und besonders interessant ist dabei das Einschlafritual. Von Einschlafstillen bis zum alleine Einschlafen gibt es zahlreiche Methoden die Kleinen in den Schlaf zu bringen. Ich bleibe bei meinen Kindern bis sie eingeschlafen sind. Aus Überzeugung!

Das passende Einschlafritual für sein Kind zu finden ist gar nicht so leicht. Daher gibt es auch wohl so viele Schlafprogramme, die uns Eltern helfen sollen. Ich persönlich halte nichts von diesen Ratgebern und bin davon überzeugt, dass diese hauptsächlich Druck auf die Eltern ausüben. „Kinder müssen lernen alleine einzuschlafen“ liest und hört man besonders oft – nein, dass sehe ich nicht so!

Kinder und auch ihr Einschlafverhalten sind individuell

Wie soll also eins dieser Schlafprogramme einfühlsam meinen Kindern das Einschlafen erleichtern, wenn es sogar darauf konzipiert ist eben nicht individuell zu handeln, sondern sich an jeden Schritt zu halten und sollte es sogar bedeuten, dass die Kinder sich Einschreien bis sie Spucken müssen.

Wusstet ihr, dass die Kinder, die nach nächtelangem Schreien irgendwann resignieren und ruhig allein schlafen, lediglich gelernt haben, dass ihnen und ihren Bedürfnissen eh kein Gehör geschenkt wird?

Möchte ich das? Ruhige Nächte um jeden Preis? Ich möchte das definitiv nicht. Und wenn ich sonst bei jedem Thema entspannt bin und davon überzeugt bin, dass jede Familie ihre eigenen Regeln findet, ist dies ein Thema bei dem ich fest davon überzeugt bin, dass es einen anderen Weg geben muss.

5 verschiedene Einschlafrituale

Für diesen Beitrag habe ich Bibi, Karin, Sandra und Sofia gebeten, mir von ihren Einschlafritualen zu erzählen um euch unterschiedliche Einschlafrituale vorzustellen und zu zeigen wie verschieden die Bedürfnisse der Kinder sein können.

  1. Bibis Einschlafritual bei Taps (2 Jahre 10 Monate) hat sich immer wieder verändert. Seit er zwei Jahre alt ist geht er nun ganz alleine ins Bett. Er hört dabei ein Hörspiel und hat Wasser zum Trinken.
    Milchbärchen (10 Monate) wird in ihr Bett gelegt und hat dabei ein Schlummerlicht mit Musik an. Sie bekommt dann ihr Milchfläschchen und meistens schläft sie dabei bereits ein. Sollte dies nicht der Fall sein nimmt Bibi sie nochmal kurz auf den Arm bis sie einschläft.
  2. Karins Einschlafritual mit ihrem Wirbelwind  (2 Jahre 9 Monate) beginnt mit einer Gutenachtgeschichte auf ihrem Kuschelkissen. Anschließend bringt sie sie in ihr Bett und nur das Nachtlicht bleibt an. Die Kuscheltiere werden an die richtige Stelle gebracht, Wirbelwind bekommt ihren Schnuller und Karin legt sich neben dem Kinderbett auf den Boden. Dabei hält sie Wirbelwinds Hand oder legt sie ihr auf die Augen bis sie eingeschlafen ist.
  3. Mein Einschlafritual mit dem Frühlingskind (4 Jahre 2 Monate) beginnt ebenfalls mit einer Gutenachtgeschichte, allerdings lesen wir diese in ihrem Bett. Danach machen wir die Nachttischlampe aus und es bleibt nur ihr Nachtlicht an. Wir reden meistens noch ein paar Minuten über den Tag und sie stellt mir oft noch Fragen, die sie beschäftigen. Dann „zaubern“ wir die schlechten Träume weg, kuscheln und machen gemeinsam die Augen zu. Ich bleibe bei ihr bis sie eingeschlafen ist.
    Das Schleckermäulchen (1 Jahr 8 Monate) hat nach dem Abstillen weder Schnuller noch Flasche genommen. In meinem Beitrag „Abstillen ohne Ersatz“ könnt ihr darüber lesen. Da sie deutlich zeigt, dass sie Nähe beim Einschlafen braucht, klettere ich mit in ihr Kinderbett und wir kuscheln zunächst. Dann mache ich leise ruhige Kindermusik an und bleibe mit ihr im Bett bis sie eingeschlafen ist.
  4. Sandras Einschlafritual mit Quatschkopf (3 Jahre 1 Monat) variiert, da Quatschkopf nicht der beste Schläfer ist. In ihrem Beitrag „Schlafprobleme bei Kleinkindern“ könnt ihr darüber mehr erfahren. Aktuell legt Sandra Quatschkopf in sein Bett und er bekommt eine Trinkflasche mit Wasser. Sie lesen ein Buch und danach machen sie das Leselicht aus, es bleibt nur sein Nachtlicht an. Meistens trinkt er die Flasche aus und schläft dann ein. Manchmal fordert er noch mehr Wasser. Sie bleibt bei ihm bis er eingeschlafen ist.
  5. Sofias Einschlafritual mit dem Baumeister (3 Jahre 1 Monat) beginnt damit, dass er seine Zimmertür allein schließen und sein Licht allein ausschalten möchte. Dann legt er seinen Kopf auf ihre Schulter und sie singt ihm „LaLeLu“ vor. Daraufhin legt sie ihn in sein Bett. Er bekommt einen Gutenachtkuss und sie verlässt sein Zimmer.
    Der Fußballjunge (6 Jahre 8 Monate) braucht eine feste Struktur als Schlafritual. Sie bringt ihn in sein Bett und deckt ihn zu. Er bekommt einen Gutenachtkuss und erst beim Verlassen des Zimmers macht sie das Licht aus und das Nachtlicht bleibt an, sowie die Tür angelehnt.

Unsere Kinder gehen mittlerweile glücklicherweise alle mit Mama sowie Papa ins Bett.

Warum ich bei meinen Kindern bleibe bis sie schlafen

Beide Mädchen habe ich gestillt und ich hatte und habe das große Glück, dass beide schon von Baby an tolle Schläfer sind. So habe ich sie abends in den Schlaf gestillt und konnte sie problemlos ablegen. Es ergab sich also, dass von Anfang an ihr Schlafritual so lief, dass sie mit bzw. bei mir eingeschlafen sind. Dabei blieb es und ich habe es nie in Frage gestellt, da es glücklichweise auch nie zu Schlafproblemen kam.

Nun ist dies allerdlings nicht die Regel und viele Kinder haben Probleme mit dem Einschlafen oder haben sich Rituale angewöhnt, die das Einschlafen herauszögern oder mit denen die Eltern nicht glücklich sind.

Ich glaube, jedes Einschlafritual hat seine Berechtigung, solange es für Kind UND Eltern ok so ist.

Mir persönlich ist die ruhige Zweisamkeit am Abend mit den Kindern unglaublich wichtig.

Einschlafritual

Mein Mann und ich wechseln uns ab die Kinder ins Bett zu bringen, sodass es abwechselnd diese besondere Mama- oder Papazeit für beide gibt. Den Mädchen ist deutlich anzumerken, wie sie dies ebenfalls genießen.

Dennoch haben sich in der Zeit einige Gespräche ergeben, wo natürlich auch ich mit dem Thema konfrontiert wurde, ob ich es für richtig halte, dass meine Kinder es immer gewöhnt sind, dass mein Mann oder ich bei ihnen sind bis sie einschlafen.

Ich glaube allerdings fest daran, dass die Kinder uns zeigen was sie brauchen. Ein gutes Beispiel sind dafür Sofias Baumeister und Sandras Quatschkopf. Beide Jungs sind gleich alt, beide Mamas sehr liebevoll und einfühlsam. Die Jungs sind aber komplett verschiedene Typen, was sich auch in ihren Bedürfnissen äußert. So möchte der kleine Baumeister vieles selbstständig machen und folglich auch, dass Mama oder Papa nach seinem Gutenachtkuss aus dem Zimmer gehen, während Quatschkopf seine Eltern am liebsten die ganze Nacht bei sich hat.

Ich verstehe, wenn Kinder nachts viel wach werden, dass der Gedanke nahe liegt, dass dies mit dem gemeinsamen Einschlafritual in Verbindung steht. Denn natürlich kann es sein, dass die Kinder sich nachts fragen wo Mama und Papa plötzlich sind und warum sie nun allein weiterschlafen müssen. Besonders solange sie noch so klein sind, dass man nicht mit ihnen darüber reden kann.

Bei uns ist das nie wirklich Thema gewesen. Die Kleine schläft seit dem sie abgestillt ist in ihrem Zimmer durch und lediglich die Große kommt seitdem sich hier und da schlechte Träume einschleichen zu uns rüber gelaufen.

Ich habe mich also gefragt, warum schlafen beide Mädchen so gut.

Darauf habe ich natürlich nicht wirklich eine Antwort und glaube fest daran, dass da eine große Portion Glück dazu gehört ob Kinder gute Schläfer sind oder nicht. Aber falls es doch so ist, dass unsere Einschlafrituale dies positiv beeinflusst haben, findet ihr hier meine 5 Tipps für Einschlafrituale von Baby bis Kleinkind:

  1. Ich glaube fest daran, dass schon der Beginn ins Leben wichtig ist. Die Geburt ist unglaublich anstrengend für Mutter und Kind. Nutzt das Wochenbett, um euch und dem Neugeborenen so viel Ruhe- und Schlafpausen wie möglich einzuräumen.
  2. Unterstützt euer Kind dabei einen ruhigen Schlaf zu finden. Als die Mädchen Babys waren haben wir Dinge wie Pucken oder Mutterleibgeräusche zur Unterstützung genutzt, später haben wir gesungen oder leise Musik laufen lassen.
  3. Eine ruhige und schöne Atmosphäre mögen wir Erwachsenen im Schlafzimmer und ich glaube fest daran, dass es auch für die Kinder wichtig ist. Diese unterstützen können ein kuscheliges Bett, ein schönes Nachtlicht, Kuscheltiere uvm.
  4. Es ist wichtig, dass die Kinder nicht zu müde und nicht zu wach sind, um entspannt einschlafen zu können. Das ist natürlich nicht immer leicht, aber durch feste Schlafenszeiten leichter beeinflussbar.
  5. Auch Mama sollte entspannt sein. Meine Mädchen haben einen eingebauten Radar dafür, wenn ich es eilig habe, sie ins Bett zu bringen. Es ist immer so, dass sie plötzlich dann einfach nicht in den Schlaf zu kriegen sind.

Ich hoffe sehr, dass falls ihr Probleme habt das passende Einschlafritual für euch und euer Kind zu finden, hier der ein oder andere Tipp für euch hilfreich erscheint.

Ich persönlich bleibe zwar aus Überzeugung bei meinen Kindern, jedoch halte ich jedes Einschlafritual für schön und richtig, solange sich Eltern und Kind wohl damit fühlen. Wie so gerne rate ich also dazu, auf das Bauchgefühl zu hören und auf den Instinkt als Eltern zu vertrauen. Manche Kinder brauchen die Ruhe und das Alleinsein und andere brauchen die Nähe der Eltern zum Einschlafen. Ihr kennt euer Kind am Besten!

Eure,
Line