Ich wurde gefragt ob ich nicht mal etwas über “berufstätige Mütter“ schreiben könnte. Kann ich! Ob es wohl den Erwartungen entspricht?! Abwarten…

Ein sehr schwieriges Thema wie ich finde, das meiner Meinung nach, auch mit sehr viel Vorsicht zu genießen ist. Aber ich traue mich mal ran und schreibe mal über meine Ansichten und Gedanken zu dem Thema.

Nach der Elternzeit vom kleinen Baumeister stand ziemlich schnell fest, dass ich wieder arbeiten gehe. Da mein Mann voll berufstätig ist, stand genauso schnell fest, dass ich nur so viel arbeiten gehen möchte, wie die Kinder und ich uns dabei wohl fühlen. Die Betreuungszeit der Jungs in der Kindertagesstätte beträgt jeweils 35 Stunden, wobei der Kleine nach dem Mittagessen schon abgeholt wird. Also stand auch fest, dass ich gerne Vormittags arbeiten möchte. Die Nachmittage sollten ganz den Kindern gehören. Übrigens halte ich auch das oft für Arbeit – unbezahlte Arbeit.

Soweit so gut. Vorstellungen haben wir ja alle, aber diese kann man ja leider nicht immer umsetzen.

In meinem Fall hat sich das zufälligerweise wie folgt ergeben: Im letzten Jahr fragte mich eine Bekannte, ob ich noch jemanden kenne, der/die Interesse hätte Vormittags ein paar Stunden arbeiten zu gehen. Ohne lange zu überlegen, lautete meine Antwort: „Ja klar, ich!“ Ich musste sofort zuschlagen, denn ich wusste wie schwierig es ist, als Mutter eine Teilzeitstelle zu finden.

Nun arbeite ich 4 Vormittage pro Woche und einen Vormittag halte ich mir für meinen sogenannten “Hausfrauentag“ frei. Dieser wird regelmäßig zweckentfremdet und dazu genutzt mit Freundinnen einen Kaffee zu trinken. Zugegeben, manchmal auch 2 oder 3! Hier bleibt ja leider nichts geheim.

Auch wenn das so einfach scheint, so einfach ist das Leben als berufstätige Mutter nicht!

Berufstätige MütterSchon allein einen Weg zu finden, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen schien vollkommen unmöglich. Und das wurde mir schon in den ersten Wochen meiner neuen Herausforderung als Mama klar. Ich arbeitete doch gar nicht mehr! Wie konnte ich am Ende des Tages nur so müde und erschöpft sein, als hätte ich 2 Wochen durchgearbeitet?! Ich hab doch lediglich mein Kind umsorgt?!

Naja, mit meinen Aufgaben gewachsen wurde das selbe Kind größer, ein weiteres kam hinzu und ich sollte mich wohl so langsam dem Thema stellen.

Interessanterweise lassen die Reaktionen anderer dann auch nicht lang auf sich warten.

Manchmal total unerbeten, manchmal in Form von viel Zuspruch.

Unter anderen Umständen hätte ich vielleicht mehr oder auch gar nicht arbeiten müssen. Und schon werden die Reaktionen wieder angepasst. Aber eigentlich hat auch niemand das Recht über solche Entscheidungen zu urteilen. Mein Tipp: Nicht zu viel Wert auf die Reaktionen anderer legen. Nicht, wenn es eure persönlichen Entscheidungen betrifft!

Berufstätige Mütter oder Vollzeitmama – richtig oder falsch?

In meinem Bekanntenkreis finden sich alle möglichen Arten von Müttern wieder.

Ob Vollzeitmama, Halbtags- oder Vollzeitbeschäftigte, es ist von allem was dabei. Ein Grund mich zu fragen, ob es dann überhaupt ein Richtig oder Falsch geben kann.

Wieviel trägt unsere Gesellschaft dazu bei?

Oder ist es doch der eigene Ehrgeiz, der einen beruflich voran treibt? Was ist mit den alleinerziehenden Müttern? Und mit den Müttern, die ihren Beruf einfach gerne ausüben und diesen nicht aufgeben möchten?

Ein Punkt wird die finanzielle Existenz sein, über die jeder nur selbst urteilen darf, wie ich finde. Ein gemütliches Eigenheim, die Wohnung einrichten, ein neues Auto, ein schöner Garten, der Urlaub – die Liste kann sooo lang sein und jeder muss da seine eigenen Prioritäten setzen.

Meiner Meinung nach spielt die eigene Vorsorge für’s Alter auch eine große Rolle. Erst kürzlich erzählte mir Karin von einem Artikel über Frauen, die sich finanziell von ihren Männern abhängig machen und nicht mehr arbeiten gehen, weil sie es sich eben leisten können. Problem sei dabei nur, dass viele dieser Frauen oftmals über einen langen Zeitraum nicht in die Rentenkasse einzahlen und dieser Umstand dann folglich dazu führt, dass sie im Alter oftmals mit einer kleinen eigenen Rente da stehen. Das mit der Rente ist aber auch ein wirklich komplexes Thema. Aber ein wichtiges, das unsere Entscheidung arbeiten oder nicht arbeiten zu gehen, durchaus beeinflusst.

Am Ende bleibt unser Handeln nur uns selbst überlassen

Wir alle haben uns irgendwann für unsere Kinder entschieden und sollten mit den Konsequenzen unserer Entscheidungen zurecht kommen. Da hilft auch kein tägliches Jammern.

Berufstätige MütterErst diese Woche hat die Grippewelle unseren Großen erwischt. Ganz pünktlich zum Wochenstart. Eine ganze Woche soll er zuhause bleiben und sich gesund schlafen. Meine ersten Gedanken widmete ich direkt der Arbeit.

Mein schlechtes Gewissen plagt mich, weil ich nicht arbeiten gehen kann und meine Arbeitskollegen für mich mitarbeiten müssen. Aber, dass ich zuhause bleibe bei meinem kranken Kind, für mich eine ganz klare Sache.

Bin ich jetzt eine schlechte Mutter, weil meine Gedanken sich sofort der Arbeit widmen oder eine schlechte Arbeitnehmerin, weil ich zuhause bei meinem kranken Kind bleibe?

Ich habe das Gefühl, dass man sich als berufstätige Mutter nie zu 100% einer einzigen Sache widmen kann. Also, bleibt uns nur eines: Es so hinzunehmen wie es ist.

Ob wir nun berufstätig sind, unsere Kinder beim Vater, den Großeltern oder in der Kita betreut werden. Oder Vollzeitmamas, die rund um die Uhr für unsere Kinder da sind. Ich halte beides für richtig, solange das Wohl der Kinder immer an erster Stelle steht.

Ich glaube ganz fest daran, dass eine glücklich arbeitende Mutter auch glückliche Kinder hat. Und genauso finde ich, dass eine Vollzeitmama stolz auf sich sein sollte, wenn sie sich gegen eine Karriere entscheidet und sich komplett ihren Kindern widmet.


7 Tipps von Mutter zu Mutter

Bevor ich anfing diesen Beitrag zu schreiben, habe ich so einige Mütter nach ihren Erfahrungen befragt. Berufstätige Mütter und nicht berufstätige Mütter. Wir haben uns unterhalten, uns ausgetauscht, miteinander gelacht und uns so manches Mal gefragt, wieviel Zeit man wohl damit verbringt sich unter Druck zu setzen, anstatt diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Aus den Gesprächen habe ich für mich ganz neue Sichtweisen gewonnen und für euch habe ich die 7 hilfreichsten Tipps festgehalten.

  1. Die passende Einrichtung finden
    Nicht immer kann die Familie in der Betreuung aushelfen, umso wichtiger ist es unsere Kinder gut aufgehoben zu wissen. Alle Kindertageseinrichtungen bieten Besichtigungstermine an. Schaut euch diese bewusst an. Die meisten werben heutzutage immer mehr mit flexiblen Betreuungszeiten. Ich bin ein großer Fan von kleinen, familiären Kitas. Aber, die großen Einrichtungen stehen denen oft in nichts nach. Aufgrund der Größe sind diese meist gut strukturiert. Besonders für vollberufstätige Eltern eignen sie sich gut.Ein Beispiel: Therapeuten arbeiten oft mit großen Einrichtungen zusammen, so dass verschriebene Therapiemaßnahmen am Kind, wie Logopädie, Ergotherapie und viele mehr, nach Absprache mit den Eltern während der Betreuungszeit behandelt werden können.
  2. Elternnetzwerk aufbauen
    Ein Alltag mit Kindern führt fast immer dazu, dass man auch neue Bekanntschaften mit anderen Müttern macht. Ob bei einer Krabbelgruppe, in der Kita oder auf dem Spielplatz. Nach Absprache nehme ich manchmal das eine oder andere Kind von der Kita mit, weil die Mütter es zeitlich nicht rechtzeitig schaffen ihre Kinder abzuholen. An einem anderen Nachmittag werden meine Kinder mal mitgenommen. Die Kinder freuen sich miteinander spielen zu dürfen und wir werden zeitlich etwas entlastet.
  3. Struktur im Alltag
    Eine Grundstruktur im Alltag ist wichtig, besonders für Kinder! Struktur gibt den Kindern Sicherheit. Sie wissen was sie am Tag erwartet und fühlen sich sicher und geborgen. Und wenn wir mal so überlegen, versuchen wir nicht den Kindern das ohnehin beizubringen? Warum dann nicht genauso vorleben? Und schwups werden schöne Ausnahmen, wie der spontane Besuch in der Lieblingseisdiele gleich ganz anders wertgeschätzt.
  4. Vorkochen
    Größere Portionen kochen und einfrieren! Schnell was zu essen machen ist ja oftmals kein Problem. Aber sind wir mal spät dran oder ist das Kind plötzlich krank und der Kühlschrank leer, haben wir ein Sorge weniger!
  5. Die Kleidung der Kinder schon Abends raussuchen
    Wer kennt dieses Problem am Morgen nicht? Ich bin eine Jungsmama. Zwar muss ich morgens nicht darüber diskutieren, ob der Pulli rosa, lila oder pink sein muss aber seitdem wir abends schon die Kleidung der Kinder raussuchen haben wir morgens tatsächlich mehr Zeit und weniger Stress. Ach ja und ich sage zumindest 1x weniger am Tag: “Komm schnell!“
  6. Geplante Arbeitsteilung oder Mut zum Chaos
    Die Zeit mit den Kindern sinnvoll nutzen! Ob ein voll durchgeplantes Wochenende oder ein Wochenende ganz ohne Termine, ich glaube unsere Kinder genießen schlicht und einfach unsere Aufmerksamkeit. Ist der Kalender zu voll lassen sich Termine je nach Dringlichkeit auch wunderbar verschieben. Ruhephasen verordnen! Nicht nur für unsere Kinder, sondern auch für uns.
  7. An die Altersvorsorge denken
    Besonders Hausfrauen und Mütter sollten sich mit dem Thema beschäftigen. Wenn wir uns nun dazu entscheiden über einen längeren Zeitraum zuhause zu bleiben und dadurch bedingt nicht in die Rentenkasse einzahlen, können wir jedoch mit privaten Rentenversicherungen vorsorgen oder von Fachleuten beraten lassen!

So, ich hoffe ich ich konnte den Erwartungen entsprechen. Auf jeden Fall würde ich mich sehr über eure Rückmeldungen freuen. Wie steht ihr zu dem Thema?

Eure,
Sofia