Als mir klar wurde, dass unser Schleckermäulchen weder Schnuller noch Flasche nimmt, habe ich mich schon sehr früh gefragt wie das Abstillen ohne Ersatz wohl funktionieren wird.

Ihr müsst wissen, dass unser Schleckermäulchen wirklich ein kleiner Milchjunkie und ein absolutes Kuschelkind ist. Sie liebt es an Mamas Brust zu trinken. Wenn ich meine Brust für sie frei mache, lacht sie übers ganze Gesicht und kuschelt sich direkt ein.

Bis zu ihrem ersten Lebensjahr haben wir ihr neben Beikost und Stillen immer mal wieder die Flasche angeboten, um das Abstillen ohne Ersatz zu vermeiden.

WAS WIR ALLES PROBIERT HABEN:

  • verschiedene Marken von Säuglingsmilchnahrungen (Hipp Combiotik Bio, Holle Bio Anfangsmilch)
  • unterschiedliche Fläschchen und Trinkbecher (Lansinoh, Avent, Mam, Medela)
  • Kuhmilch bzw. auch verdünnte Kuhmilch mit Wasser
  • Wasser pur (lauwarm sowie kalt)
  • etwas pürierte Banane mit ins Fläschchen (ein Tipp von Bibi)
  • verdünnter Joghurt

Für die Säuglingsmilchnahrung konnten wir sie gar nicht begeistern. Letztendlich würde ich sagen, dass der verdünnte Joghurt in der Lansinoh Flasche am Erfolgreichsten war. Davon hat sie zumindest immer mal 50 ml getrunken.

Abstillen ohne Ersatz

WIR HABEN AUCH VERSCHIEDENE POSITIONEN UND SITUATIONEN AUSPROBIERT:

  • gemeinsam mit Papa, Mama oder Omi
  • auf dem Bett liegend an einem von uns gekuschelt
  • in Stillposition auf ihrem Stillsessel
  • auf dem Schoß liegend von mir weggedreht (sodass sie auf mir lag, aber mich nicht ansehen konnte)
  • allein auf ihrem Spielteppich
  • im Kinderwagen

Hier lief es am Besten, wenn sie die Flasche einfach selbst halten konnte und die Situation/Position am allerwenigsten mit Stillen oder Schlafen zutun hatte.

Trotz vieler liebevoller Versuche, blieb es dabei, dass unser Schleckermäulchen keine Flasche nehmen wollte. Glücklicherweise isst sie aber unheimlich gern und auch trinken aus Becher oder Trinkflasche ist kein Problem.

Daher diente das Stillen zuletzt „nur“ noch als Einschlafhilfe am Abend (tagsüber schläft sie im Kinderwagen) und als Nähe und Trost, wenn es ihr nicht gut ging.


Nun mit 15 Monaten hatte ich das Gefühl, dass sie die Brust zwar wollte, aber dass ihr Bedürfnis gestillt zu werden sie zuletzt mehr wach gehalten als beruhigt hat.

Ich hatte den Gedanken des Abstillens natürlich schon öfter im Kopf, aber da ich gerne stille und ihr die Zeit geben wollte, die sie braucht, habe ich mir keinen Stress gemacht. Die Sorge ihr etwas so Wichtiges zu nehmen, ohne ihr einen Ersatz dafür bieten zu können, war ebenfalls sehr groß.

Ich wollte absolut vermeiden, dass das Abstillen ohne Ersatz mit Tränen verbunden ist.


WIE HAT DAS SCHLECKERMÄULCHEN UNS GEZEIGT, DASS SIE BEREIT IST ABGESTILLT ZU WERDEN?

  • obwohl sie eine gute Schläferin ist, wurde sie plötzlich mehrmals die Nacht wach
  • sie wollte viel mehr an die Brust, hat aber nicht mehr wirklich zur Ruhe dabei gefunden
  • sie hat sich teilweise beim Stillen von der Brust abgewendet

All diese Zeichen haben uns schon überlegen lassen, ob sie nun bereit ist abgestillt zu werden. Dann kam die Nacht, die uns diese Entscheidung abgenommen hat. Ich habe das Schleckermäulchen knappe zwei Stunden versucht in den Schlaf zu bekommen. Gestillt, gestreichelt, gesungen … keine Chance. Sie wollte immer wieder unbedingt an die Brust, hat aber nicht in den Schlaf gefunden. Dann hat mein Mann übernommen. Einen solchen Wechsel haben wir zwar schon öfter mal probiert, allerdings bisher leider ohne Erfolg.

Nun sollte es anders sein. Er hat ein wenig mit ihr gekuschelt, sich ins Gästebett mit ihr gelegt und sie ist tatsächlich eingeschlafen! Einfach so!

MEIN MANN UND ICH HABEN LANGE ÜBERLEGT WELCHER WEG DER BESTE IST, UM SIE NUN BEHUTSAM ABZUSTILLEN

  • wie gewohnt in den Schlaf stillen und nachts übernimmt Papa
  • abends stillen, aber von Papa ins Bett gebracht werden
  • doch nochmal ein Fläschchen anbieten
  • direkt komplett Abstillen ohne Ersatz

Nachdem wir uns gefühlt zehn mal umentschieden haben, ist dann eine Entscheidung gefallen:

Direkt ganz Abstillen ohne Ersatz! Warum? Wir haben entschieden, dass wir den Moment nutzen wollen. Hätte ich nochmal gestillt, hätte es ihr das vielleicht schwerer gemacht und das wollten wir definitiv vermeiden. Zudem sind wir gerade im Urlaub, wo die gewohnte Routine wegfällt und ihr geliebter Stillsessel nicht steht. Optimale Bedingungen!


WIE DIE ERSTE NACHT OHNE „EINSCHLAFSTILLEN“ ABLIEF

  1. Nach dem Abendbrot ist Papa nochmal eine Runde mit ihr an die frische Luft.
  2. Ich habe mich mit dem Frühlingskind zurückgezogen, damit sie durch mich gar nicht ans Stillen „erinnert“ wird
  3. Um eine neue Schlafsituation zu schaffen, hat mein Mann sie nicht wie gewohnt in den Schlafsack gelegt, sondern ihr einen dicken Schlafanzug angezogen.
  4. Er ist mit ihr gemeinsam ins große Bett gegangen.
  5. Um ihr eine neue Einschlafhilfe anzubieten, hat mein Mann ihr ihre Lieblingsmusik laufen lassen.

Unser absoluter Geheimtipp: Florian vom Zwergenorchester mit dem „Fische“ Lied. Das hat schon unserem Frühlingskind toll geholfen beim Einschlafen.

Und ihr Lieben, was soll ich sagen, sie ist tatsächlich ohne zu weinen problemlos mit ihrem Papa eingeschlafen.

Unser Schleckermäulchen ist dann auch nur einmal wach geworden. Allerdings war sie da erst gar nicht so happy als nicht Mama zu ihr kam. Damit sie nicht weint, ist mein Mann kurz mit ihr aufgestanden um sie abzulenken. Wir sind uns da einig, weinen lassen wollen wir die Kinder nicht. Nach kurzem Spielen, hat es dann tatsächlich wieder geklappt und sie haben gemeinsam bis morgens geschlafen.


SO GING ES DANN WEITER

  • in der nächsten Nacht hat es schon ohne Aufstehen geklappt.
  • am Abend Nummer drei hat er sie bereits in ihr Bettchen legen können. Ein kurzes Streicheln und ein Lied hat gereicht, dass sie nach einmaligem wach werden in der Nacht, wieder einschlief.
  • seit dem vierten Abend schläft sie alleine in ihrem Bettchen durch

Von 20 Uhr bis morgens um 7 Uhr und das ohne Brust, Flasche oder Schnuller. Ist das Wahnsinn? Das hätte ich nie für möglich gehalten!

Wenn sie nun mal in der Nacht wach wird, höre ich sie kurz vor sich hin murmeln und dann ist es wieder still. Sie hat offensichtlich einen Weg gefunden, sich selbst zu beruhigen. Das macht mich so glücklich und auch stolz!

Ich hätte niemals gedacht, dass Abstillen ohne Ersatz so leicht werden könnte.


Mein Tipp an euch: Gebt den Kindern die Zeit, die sie brauchen. Meine Große hat sich auch bereits mit 8,5 Monaten selbst abgestillt und ich dachte schon, dass das Schleckermäulchen niemals auf die Idee kommen wird. Aber Kinder sind unterschiedlich und genauso ihre Bedürfnisse. Vor 2 Wochen habe ich selbst noch im Internet gesucht, was man alles tun kann um die Kinder zu unterstützen und ich wäre froh gewesen, wenn ich statt vieler komischer Tipps, gelesen hätte :

Verlasst euch auf euer Muttergefühl! Keiner kennt euer Kind so gut wie ihr!


Möchtet ihr auch gerade abstillen oder habt bereits abgestillt? Nehmen eure Kinder Schnuller oder Flasche? Ich freue mich über eure ganz persönliche Geschichte.

Eure,
Line